Der Zusammenhang zwischen politischer und ökonomischer
Freiheit: Eine empirische Untersuchung
von
Eberhard Scholing und Vincenz Timmermann

Zusammenfassung

   Aktueller Anlaß für die Untersuchung sind die Versuche einiger ost- und südostasiatischer Staaten, v. a. auch Chinas, zwar einzelne wirtschaftliche Freiheiten zuzulassen, die politischen Freiheiten aber (noch?) nicht zu gewähren. Daraus ergibt sich die Frage, ob wirtschaftliche Freiheiten unabhängig von den politischen bestehen können, ob also z. B. Privateigentum, Gewerbefreiheit, Freiheit der Berufswahl, freie Wahl des Arbeitsplatzes, Vertragsfreiheit und freie Preisbildung lediglich als Regelungsmechanismen und Entdeckungsverfahren genutzt werden können, im übrigen aber eine autoritäre Staatsverfassung als Ordnungsrahmen weiterbestehen kann.
   Diese Frage ist in den 30er Jahren dieses Jahrhunderts auch in Deutschland diskutiert und in der volkswirtschaftlichen Literatur, v. a. von WALTER EUCKEN und FRIEDRICH AUGUST von HAYEK, behandelt worden. Nach dem Ende des Zweiten Welkriegs haben wiederum EUCKEN und von HAYEK, in den 50er und 60er Jahren vor allem MILTON FRIEDMAN diese Diskussion erneut geführt.
   Im folgenden wird zunächst diese Diskussion noch einmal aufgenommen mit dem Ziel, daraus Hypothesen für eine empirische Analyse zu gewinnen. Danach werden das der Analyse zugrunde gelegte Modell, die Schätzmethode und das Datenmaterial vorgestellt. Und schließlich werden die empirischen Ergebnisse präsentiert und einige Schlußfolgerungen für die aktuelle wirtschaftspolitische Diskussion gezogen.

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